Die Stollen von István Bayer

Die Stadt Ödenburg (Sopron) erfuhr im Jahre 1756 über die Existenz und Nutzung der Kohle. Von da an erlangte die „Ödenburger“ Kohle immer mehr Bekanntheit, dies markierte den Beginn des Kohlebergbaus in unserer Heimat. Drei Jahre später, im Jahre 1759 funktionierte schon ein fachgerechter Bergwerksbetrieb in Brennberg. István Bayer, ein Bergmann aus dem Komitat Eisenburg [Vas vármegye] wurde von der Stadt beauftragt, um nach Kohle zu suchen. Er hat drei Stollen an einem Berghang angelegt, wo er mit 1-2 Arbeitern binnen zwei Monaten insgesamt 824 Wiener Zentner, ~46 Tonnen Kohle förderte. In der Nähe kann man bis heute, nahe der Oberfläche aus Kohle stoßen.

Geographische Koordinaten:

47°38’59.968″N, 16°29’50.678″E

Barbaraschacht

Der Schacht wurde im Jahre 1889 abgeteuft. Er hatte eine Tiefe von 268 m. Er funktionierte auch als Wetterschacht. In der Brennberger Mundart wird die Barbara-Siedlung bis heute „Weidaschocht“ genannt. Im Jahre 1920 fertigte ein Brennberger Hauer, Josef Rausch eine Barbara Statue an, welche am Eingang des Schachtes platziert wurde. Bevor die Bergleute ihre Arbeit begonnen hatten, blieben sie immer kurz vor der Statue stehen und machten ein Kreuzzeichen, auf dass sie wieder gesund zu ihren Familien zurückkehren mögen. Bei der Stilllegung des Bergwerks haben zwei Frauen, Károlyné Lexel und Józsefné Resnicek die Statue in eine Schubkarre gehoben und sie runter zur Kirche gebracht. So haben sie die Statue vom Barbaraschacht gerettet, die wir noch heute in einem Nebenaltar in der Kirche zur heiligen Barbara sehen können.

Geographische Koordinaten:

47°39’11.122″N 16°29’11.611″E

Brennberger Bergbaumuseum / Rudolfschacht

Der in der Kuruzenkreuz-Zeile um das Jahr 1820 abgeteufter Schacht war 31 m tief. Hier wurde die allererste Dampffördermaschine des Landes im Jahre 1840 in Betrieb genommen. Für die 12 PS starke Maschine wurde inmitten der Siedlung ein Maschinenhaus errichtet, welches noch heute steht. Später bekam das Brennberger Bergbaumuseum darin Platz, das hoffentlich bald seine Pforten wieder für die Interessenten öffnen wird.

Geographische Koordinaten:

47°39’3.144″N, 16°29’48.173″E

 

Gimpelschacht

In der Geschichte des Brennberger Bergbaus geschah an dieser Stelle die Kohleförderung auf einer einzigartigen Weise. Neben dem Förderturm stand eine große Holztrommel, das einem Mühlenrad ähnelte und von jeweils 2-2 starken Frauen betrieben wurde. Während es angetrieben wurde, drehte sich eine Eisenkette auf die Trommel. Die Kette zog sogleich den Lift aus dem Schacht, worin sich die mit Kohle beladene Holzlore befand. Diese Erinnerung verdanken wir Johann Rieger, einem Brennberger Bergmann, der seine Geschichte einst Ferdinand Becher, dem Ortshistoriker erzählt hatte.

Geographische Koordinaten:

47°38’33.397″N 16°29’21.908″E

Helenenschacht

Er wurde 1886 abgeteuft und seine Tiefe betrug 380 m. Er wurde 1903 der Brennberger Bergwerksdirektion übergeben. Dann begann man hier mit der ständigen Kohleförderung, bis ins Jahr 1930. Danach wurde er nur noch als Wetterschacht genutzt. Nach der Errichtung des Eisernen Vorhangs wurde der Helenenschacht herrenlos. Im Jahre 1952, als das Brennberger Bergwerk stillgelegt wurde und die Fördertürme abgebaut wurden, nahm man an, daß auf den Helenenschacht dasselbe Schicksal wartet. Doch da kam ein Unternehmer aus Wien und kaufte den Schacht mit dem Ziel, daraus ein Denkmal zu machen. Die Grube wurde zugeschüttet und der mit Ziegeln ausgebaute Förderturm wurde renoviert und mit einer neuen Eingangstür versehen.

Geographische Koordinaten:

47°38’57.370″N 16°28’45.934″E

Sopronschacht

Der Sopronschacht wurde im Jahre 1884 neben der Alt-Hermes-Straße abgeteuft. Er war 320 m tief und der Betrieb ging hier bis zum 5 juni 1920. An diesem Tag begann der Förderturm zuerst zu sinken und dann von einem Moment auf den anderen wurde er vom Erdboden verschluckt. Da die Bergleute die Vorzeichen erkannt hatten, haben sie den Betrieb noch rechtzeitig eingestellt. Die unten im Schacht gebliebenen Bergleute konnten durch den Barbaraschacht in Sicherheit gelangen. Es gab keine menschlichen Verluste, doch das Bergwerk geriet in eine schlimme wirtschaftliche Krise, weil der Sopronschacht zur damaligen Zeit eines der ertragreichsten überhaupt war.

Geographische Koordinaten:

47°39’33.890″N 16°29’7.247″E

Heiliger Stephanschacht

In der Nähe des höchsten Punktes Brennbergs, dem Hohen Riegel (557 m), wurde zwischen 1939 und 1941 der letzte Schacht des Bergbaubetriebes abgetäuft. Mit seinen 630 m Tiefe war er nicht nur Brennbergs, sondern zugleich auch der tiefste Schacht von ganz Ungarn. Als das Bergwerk stillgelegt wurde, hat man den Förderturm vom Schacht und die Betriebsgebäude abgerissen. Den Eingang zum Schacht hat am 24. September 1952, um 20 Uhr der Steiger, János Nagy mit Hilfe 12 seiner Kumpels verbaut. Im Jahre 1999 wurde es mit Schutt und Erde aufgefüllt. Schließlich wurde am 20. Juni 2000 ein aus Holz geschnitztes Denkmal über dem Schachteingang eingeweiht. Es erinnert zugleich an die 200 jährige Vergangenheit des Brennberger Bergbaus.

Geographische Koordinaten:

47°39’20.132″N 16°27’23.136″E

Hoffnungsbau

Nach der Katastrophe am Sopronschacht im Jahre 1920 geriet das Brennberger Bergwerk in eine schwere Krise. Doch noch im selben Jahr meldeten sich zwei Kumpel bei der Bergwerksdirektion, wo sie behaupteten, ein neues Kohleflöz entdeckt zu haben. Dieses wurde später der Hoffnungsbau genannt. Damit war in Brennberg die Krise überwunden und die zwei Kumpel wurden als die Retter des Brennberger Bergbaus verehrt. Peter Zeltner wurde zum Obersteiger, József Pauschitz zum Steiger befördert. Außerdem wurde Peter Zeltner noch als Zeichen der Anerkennung von der Bergwerksdirektion als Wildhüter beschäftigt.

Geographische Koordinaten:

47°38’55.431″N, 16°30’18.639″E

Neu-Hermesschacht

Am 16. august 1927 begannen die Arbeiten am Neu-Hermesschacht. Am 12. Februar 1929 wurde die vorgesehene Tiefe von 380 m erreicht. Ab dem 17. Januar 1950 wurde der Schacht noch einmal um 40 m vertieft, als ein neues Kohleflöz entdeckt wurde. Im Zuge dessen wurde der Schacht mit Ziegeln und Formsteinen ausgemauert. Der Stilllegung des Bergwerks ist auch der Neu-Hermesschacht zum Opfer gefallen. Der Steiger, József Kardosi hat gemeinsam mit 12 Kumpeln am 24. September 1952, um 20 Uhr den Schacht abgeschlossen. Den Schachteingang haben sie mit einer 50 cm dicken Eisenbetonplatte verriegelt. Im Jahre 1997 hat man alles mit Schutt und Erde aufgefüllt. An gleicher Stelle wurde ein Gedenkstein errichtet.

Geographische Koordinaten:

47°39’10.424″N 16°28’23.648″E